Zu früh erwachsen, lebensang infantilisiert
Konrad Paul Liessmann und Jochen Hörisch diskutierten gestern im Theater am Saumarkt zum Thema "Bildungskrise". Spannende Debatte, in der wieder einmal klar wurde, dass zwischen Information, Wissen und Bildung gravierende Unterschiede bestehen, an deren Beseitigung die so genannte "Wissensgesellschaft" deshalb so verbissen arbeitet, weil der Aneignungsprozess bei der Bildung Mühe erfordert, die öknomische Verwertbarkeit aber auf sich warten lässt. Bei Information und kurzfristig akkumulierbarem Wissen verhält es sich genau umgekehrt.
Einen Nebensatz von Jochen Hörisch möchte ich sinngemäss wiedergeben, weil, wie mir scheint, es sich lohnt, darüber nachzudenken:
Wir seien konfrontiert mit dem Phänomen, so Hörisch, dass Kinder immer früher erwachsen sein müssen, weil genormte Vorgaben innerhalb des Bildungssystems dies verlangen - wie zum Beispiel die frühe Entscheidung über Schultypenwahl nach der Volksschule. Leistungsdruck dringe immer weiter vor in die jungen und jüngsten Lebensjahre der Kindheit. Aus Kindern würden auf Leistung gedrillte Klein-Erwachsene gemacht.
Gleichzeitig, stellte Hörisch fest, sehe er eine sich immer mehr verfestigende "lebenslange Infantilisierung" ab dem jungen Erwachsenenalter. Anstatt, zum Beispiel auf der Universität, Verantwortung für sein Studium selbst zu übernehmen, würden durch das neue Bachelor-Master-System Vorgaben gemacht, die genau das verhindern würden.
Diese Infantilisierung fände ihren Ausdruck auch in der medialen Öffentlichkeit, wo unter dem Deckmantel der Information vor allem Unterhaltung geboten werde; eigenständiges Denken und das Herstellen von Zusammenhängen sei weder notwendig noch gewünscht. So Hönisch.
(Ich habe das an anderer Stelle hier schon als "fortschreitende Ramba-Zamba-Verblödung" beschrieben.)
Was das Verschwinden der Kindheit angeht, habe ich mich dann allerdings an Philippe Aries ("Die Geschichte der Kindheit") erinnert, der penibel nachgewiesen hat, dass Kindheit im Laufe der Geschichte immer schon ein rasch vorübergehender Zwischenschritt zum Erwachsensein gewesen ist - das galt für Bauernkinder ebenso wie für Königskinder.
Was mich dann wiederum dazu bringt, dem was in der Kindheit - und hier vor allem in der Schule! - geschieht einen hohen Stellenwert einzuräumen, aber verstärkt zu hinterfragen, was es denn auf sich hat, mit den anschließend einsetzenden Infantilisierungstendenzen. Wem es nützt, zum Beispiel, wenn das Volk durchschnittlich gebildet, unterdurchschnittlich interessiert an den sozialen, politischen und ungleichen öknomischen Verhältnissen aber heftig bemüht um die Optimierung des Faktors "Unterhaltung" ist. (Wobei Unterhaltung nicht mehr heißt, sich mit jemandem zu unterhalten, also zu reden, weil dies meistenorts aufgrund des Lärmpegels unmöglich ist, sondern zu "shoppen", zu "zappen" oder sich vollaufen zu lassen).
Jene vermutlich, die im Sinne von Gerfried Sperl (STANDARD von heute) hoffen, dass "anything goes" die handfeste Umsetzung des Thatcher-Prgrammes "There is no alternative" ist.
Einen Nebensatz von Jochen Hörisch möchte ich sinngemäss wiedergeben, weil, wie mir scheint, es sich lohnt, darüber nachzudenken:
Wir seien konfrontiert mit dem Phänomen, so Hörisch, dass Kinder immer früher erwachsen sein müssen, weil genormte Vorgaben innerhalb des Bildungssystems dies verlangen - wie zum Beispiel die frühe Entscheidung über Schultypenwahl nach der Volksschule. Leistungsdruck dringe immer weiter vor in die jungen und jüngsten Lebensjahre der Kindheit. Aus Kindern würden auf Leistung gedrillte Klein-Erwachsene gemacht.
Gleichzeitig, stellte Hörisch fest, sehe er eine sich immer mehr verfestigende "lebenslange Infantilisierung" ab dem jungen Erwachsenenalter. Anstatt, zum Beispiel auf der Universität, Verantwortung für sein Studium selbst zu übernehmen, würden durch das neue Bachelor-Master-System Vorgaben gemacht, die genau das verhindern würden.
Diese Infantilisierung fände ihren Ausdruck auch in der medialen Öffentlichkeit, wo unter dem Deckmantel der Information vor allem Unterhaltung geboten werde; eigenständiges Denken und das Herstellen von Zusammenhängen sei weder notwendig noch gewünscht. So Hönisch.
(Ich habe das an anderer Stelle hier schon als "fortschreitende Ramba-Zamba-Verblödung" beschrieben.)
Was das Verschwinden der Kindheit angeht, habe ich mich dann allerdings an Philippe Aries ("Die Geschichte der Kindheit") erinnert, der penibel nachgewiesen hat, dass Kindheit im Laufe der Geschichte immer schon ein rasch vorübergehender Zwischenschritt zum Erwachsensein gewesen ist - das galt für Bauernkinder ebenso wie für Königskinder.
Was mich dann wiederum dazu bringt, dem was in der Kindheit - und hier vor allem in der Schule! - geschieht einen hohen Stellenwert einzuräumen, aber verstärkt zu hinterfragen, was es denn auf sich hat, mit den anschließend einsetzenden Infantilisierungstendenzen. Wem es nützt, zum Beispiel, wenn das Volk durchschnittlich gebildet, unterdurchschnittlich interessiert an den sozialen, politischen und ungleichen öknomischen Verhältnissen aber heftig bemüht um die Optimierung des Faktors "Unterhaltung" ist. (Wobei Unterhaltung nicht mehr heißt, sich mit jemandem zu unterhalten, also zu reden, weil dies meistenorts aufgrund des Lärmpegels unmöglich ist, sondern zu "shoppen", zu "zappen" oder sich vollaufen zu lassen).
Jene vermutlich, die im Sinne von Gerfried Sperl (STANDARD von heute) hoffen, dass "anything goes" die handfeste Umsetzung des Thatcher-Prgrammes "There is no alternative" ist.
rauch - 17. Feb, 11:12
KHG - BZÖ - BAWAG - Hilton
KHG ist jetzt Freizeit-Model für vanity fair .
Westenthaler ist entarnt als Freund des flotten Flöttl.
Elsner hat sich das Herz gebrochen.
Hilton (Paris) wird mit Pappbechern beworfen.
Österreichs liegt hinter der Schweiz, nicht nur im Fußball, neuerdings auch beim Schifahren.
Heute findet der Opernball statt; Gusi freut sich schon!
Interessante Woche, alles in allem!
Leider wurde nicht darüber berichet, dass Edmund Stoiber heuer seinen letzten politischen Aschermittwoch abhalten wird. Die Halles ist ausverkauft, weil alle schauen gehen wollen, ob der Alte Tränen in den Augen haben wird. Er werde heuer drei Maß mehr saufen, meinte ein Bayer, weil: Stoiber im Arsch und der FC Bayern im Arsch, das halte er nicht aus!....
Westenthaler ist entarnt als Freund des flotten Flöttl.
Elsner hat sich das Herz gebrochen.
Hilton (Paris) wird mit Pappbechern beworfen.
Österreichs liegt hinter der Schweiz, nicht nur im Fußball, neuerdings auch beim Schifahren.
Heute findet der Opernball statt; Gusi freut sich schon!
Interessante Woche, alles in allem!
Leider wurde nicht darüber berichet, dass Edmund Stoiber heuer seinen letzten politischen Aschermittwoch abhalten wird. Die Halles ist ausverkauft, weil alle schauen gehen wollen, ob der Alte Tränen in den Augen haben wird. Er werde heuer drei Maß mehr saufen, meinte ein Bayer, weil: Stoiber im Arsch und der FC Bayern im Arsch, das halte er nicht aus!....
rauch - 15. Feb, 17:54
Was alles Sünde ist
Wehe, die Fastenzeit nahet. Zeit ist es, Abbitte zu leisten und Buße zu tun. Zur Vorbereitung empfehle ich dringlich die Lektüre dieser handfesten Predigt:
Unter den geheiligten Arkaden der Kyrche dröhnete die Stimme Frater Kapuzos, der seyne Predigt vor der Gemeyndt von Dreiey hielt. Ein Sonnenstrahl, der durch die Hauptfenestra fiel, liesz in der Lufft eine Regenflut kleynster Speychelbläsgen ergläntzen, die ihm mitsammet den Wörthern aus dem Mundte schossen alswie Funken.
Sagte Frater Kapuzo mit lauter Stimm von den Altarsufen her:
"Omnia peccatum est! Alles ist Sündt, und jede Sündt zeihet wieder neue Sündt hinter sich her! Alle seydt ihr im Stand der Sündt, omnes peccatores secundum dicit Scriptura Sacra, ihr vierfüszicht, schlangengleych, wurmgleych Gelumpp!"
Die Dorfleut von Dreiey, die allda in der Kyrche versammlet waren, sahen in ihre Gesichter, die durch die Worth und die Stimm des speyhenden Fraters gar verängstigt schienen. Derselbe hielt inne zuweylen, um sich das Geschwitz von der Stirne zu wischen mit einem roth und schwartz gewürfelten Tuche. Doch gleych darauf begann er aufs neue zu predigen und zu speyhen.
...
Alles ist Sündt! Peccatum est zu schlafen, wann mann keinen Schlaf nit findt. Peccatum est bibere, wann einer durstig ist. Peccatum est capillos zu kratzen, zu waschen od zu kämmen. Peccatum est zu rülpsen. Peccatum est zu furtzen. Peccatum est die Weiper anzugaffen od anzufassen, alldieweyl sunt creaturae Diaboli et maleficum instrumentum peccati! Peccatum est coitare cum gaudio. Omnia gaudia peccata sunt!"
Frater Kapuzo holte tief Luft, bevor er also mit gewaltichter Stimm fortfuhr zu sprechen:
"Omnia salvatio est in penitentia, in abstinentia, im Fasten, in der Hergab von Essen und Trinken, es sey denn Wasser, das ihr in reychlichter Fülle dürffet trinken und ohnbegrenzt. Peccatum est vinum blancum et rubrum. Peccatum est birra et Weinbrandt. Peccatum est caesus vom Schaf od von der Kuh. Peccatum est Schincken et Speck et Schweynshacks et Salami. Peccatum gravissimum sunt Metwörst und Rauchwörst! Alles ist Sündt! Peccatum est alle Arten von Fleysch, besonders die Titten und Hintern von Weipern! Der gantze Leip ist eine Sündt, vom Nabel hinaufwärts, insonderheyt aber vom Nabel hinabwärts! Jeglicht Loch vorne und jeglichtes hinten peccatum est! Alles ist Sündt! Peccatum est fluchen, erstechen, spucken, beschimpfen, vergewaltigen, die Ehe brechen, in den Arsch ficken, Diepereyen begehen, sich besauffen, gar viel fressen, beraupen, mit der Armbrust jemandt schieszen, hehlen, sich dem Spiel ergeben, Wucher treiben, schwören und zuvörderst vor allem dem allhie anwesenden Diener der Sacratissimae Romanae Ecclesiae Frater Kapuzo die Achtung und den Gehorsam versagen.
Peccatum est den Zehnten für die Kirch nit zu zahlen et alteros tributos. Peccatum est non laborare. Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang sollt ihr arbeiten maximo cum gaudio, eine Vielzahl von Geviech sollt ihr aufziehen. (...) Omnia peccatum est, nunc semper per omnia saecula saeculorum! Quis est sine peccato, der werfe den ersten Steyn!"
Von unten her, aus der versammelten Schar in der Kyrch, ward ein Sausen vernehmbar, deuthlich und immer höher herauff und endtete schlieszlicht auf einem Auge des Fraters Kapuzo. Es erhob sich ein Schrey und ein Getös, das geradeswegs aus dem Bauche des Fraters zu kommen schien. Dieser führte eine Handt auf das getroffene Aug, das alsogleych anschwoll alswie eine Kröthe, und bedeckte es mit dem rothschwatzen Tuche, nachdem er darauf gespucket. Die Spuck ist, wie mann weisz, ein wunderbar Medikamentum und würcket besser als Essig.
Bevor er vom Altare herunterstieg, kehrte sich Frater Kapuzo den Gläubigen zu, die dabey waren, sich zu entfernen.
"Cancer vos accipiat alle mitsammen, ihr schlangengleych, wurmgleych, ihr saftärschticht Geschlecht! Extramaledictus sey der Hurensohn, qui lapis iacebat in oculum meum!"
(...)
Frater Kapuzo verschlosz sich ins Haus des Kanonikus und tauchte seynen Kopf in eine Schüssel mit frischem Wasser.
(Luigi Malerba, PATAFFIO, Fischer-Taschenbuch)
Unter den geheiligten Arkaden der Kyrche dröhnete die Stimme Frater Kapuzos, der seyne Predigt vor der Gemeyndt von Dreiey hielt. Ein Sonnenstrahl, der durch die Hauptfenestra fiel, liesz in der Lufft eine Regenflut kleynster Speychelbläsgen ergläntzen, die ihm mitsammet den Wörthern aus dem Mundte schossen alswie Funken.
Sagte Frater Kapuzo mit lauter Stimm von den Altarsufen her:
"Omnia peccatum est! Alles ist Sündt, und jede Sündt zeihet wieder neue Sündt hinter sich her! Alle seydt ihr im Stand der Sündt, omnes peccatores secundum dicit Scriptura Sacra, ihr vierfüszicht, schlangengleych, wurmgleych Gelumpp!"
Die Dorfleut von Dreiey, die allda in der Kyrche versammlet waren, sahen in ihre Gesichter, die durch die Worth und die Stimm des speyhenden Fraters gar verängstigt schienen. Derselbe hielt inne zuweylen, um sich das Geschwitz von der Stirne zu wischen mit einem roth und schwartz gewürfelten Tuche. Doch gleych darauf begann er aufs neue zu predigen und zu speyhen.
...
Alles ist Sündt! Peccatum est zu schlafen, wann mann keinen Schlaf nit findt. Peccatum est bibere, wann einer durstig ist. Peccatum est capillos zu kratzen, zu waschen od zu kämmen. Peccatum est zu rülpsen. Peccatum est zu furtzen. Peccatum est die Weiper anzugaffen od anzufassen, alldieweyl sunt creaturae Diaboli et maleficum instrumentum peccati! Peccatum est coitare cum gaudio. Omnia gaudia peccata sunt!"
Frater Kapuzo holte tief Luft, bevor er also mit gewaltichter Stimm fortfuhr zu sprechen:
"Omnia salvatio est in penitentia, in abstinentia, im Fasten, in der Hergab von Essen und Trinken, es sey denn Wasser, das ihr in reychlichter Fülle dürffet trinken und ohnbegrenzt. Peccatum est vinum blancum et rubrum. Peccatum est birra et Weinbrandt. Peccatum est caesus vom Schaf od von der Kuh. Peccatum est Schincken et Speck et Schweynshacks et Salami. Peccatum gravissimum sunt Metwörst und Rauchwörst! Alles ist Sündt! Peccatum est alle Arten von Fleysch, besonders die Titten und Hintern von Weipern! Der gantze Leip ist eine Sündt, vom Nabel hinaufwärts, insonderheyt aber vom Nabel hinabwärts! Jeglicht Loch vorne und jeglichtes hinten peccatum est! Alles ist Sündt! Peccatum est fluchen, erstechen, spucken, beschimpfen, vergewaltigen, die Ehe brechen, in den Arsch ficken, Diepereyen begehen, sich besauffen, gar viel fressen, beraupen, mit der Armbrust jemandt schieszen, hehlen, sich dem Spiel ergeben, Wucher treiben, schwören und zuvörderst vor allem dem allhie anwesenden Diener der Sacratissimae Romanae Ecclesiae Frater Kapuzo die Achtung und den Gehorsam versagen.
Peccatum est den Zehnten für die Kirch nit zu zahlen et alteros tributos. Peccatum est non laborare. Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang sollt ihr arbeiten maximo cum gaudio, eine Vielzahl von Geviech sollt ihr aufziehen. (...) Omnia peccatum est, nunc semper per omnia saecula saeculorum! Quis est sine peccato, der werfe den ersten Steyn!"
Von unten her, aus der versammelten Schar in der Kyrch, ward ein Sausen vernehmbar, deuthlich und immer höher herauff und endtete schlieszlicht auf einem Auge des Fraters Kapuzo. Es erhob sich ein Schrey und ein Getös, das geradeswegs aus dem Bauche des Fraters zu kommen schien. Dieser führte eine Handt auf das getroffene Aug, das alsogleych anschwoll alswie eine Kröthe, und bedeckte es mit dem rothschwatzen Tuche, nachdem er darauf gespucket. Die Spuck ist, wie mann weisz, ein wunderbar Medikamentum und würcket besser als Essig.
Bevor er vom Altare herunterstieg, kehrte sich Frater Kapuzo den Gläubigen zu, die dabey waren, sich zu entfernen.
"Cancer vos accipiat alle mitsammen, ihr schlangengleych, wurmgleych, ihr saftärschticht Geschlecht! Extramaledictus sey der Hurensohn, qui lapis iacebat in oculum meum!"
(...)
Frater Kapuzo verschlosz sich ins Haus des Kanonikus und tauchte seynen Kopf in eine Schüssel mit frischem Wasser.
(Luigi Malerba, PATAFFIO, Fischer-Taschenbuch)
rauch - 13. Feb, 15:00
Monopoly
Ein Monopol ist was Feines: man kann ungeniert den Preis diktieren, weil man den Markt allein beherrscht.
Strom zum Beispiel: Zwar kann man sich mittlerweile seinen Stromverkäufer aussuchen, aber aufgrund der engen Verflechtungen der Konzerne, mit wechselseitigen Beteiligungen, existiert zusätzlich zum de-facto-Monopol eine Art Kartell .
Die EU will das ändern und verpflichtet ihre Mitgliedsstaaten, das so gennante "ownership unbundling" umzusetzen. (Verlangt wird, zusätzlich zu den bereits bestehenden eigenen Regeln und Tarifen für Erzeugung, Netz und Vertrieb, auch eine Entflechtung der Eigentümerstrukturen von Netz und Erzeugung bzw Vertrieb.)
Das würde zu mehr Markt und damit zu mehr Wettbewerb und damit zu besseren Preisen für die KonsumentInnen führen.
Soweit, so kompliziert.
Kritik kommt von den unterschiedlichsten Seiten: Zum Beispiel von der Arbeiterkammer Wien oder von den selber Energieversorgern je größer der Konzern, desto größer das Geheule, am lautesten etwa schreit die französische EdF.
Die einen fürchten um ihr Monopol, die andern um die Versorgungssicherheit - was alles noch komplizierter macht.
Soweit ich es begriffen habe, stelle ich fest:
1. Liberalisierung führt nicht zwangsläufig zu mehr Wettbewerb und niedrigeren Preisen, oft aber zu kartellähnlichen Verflechtungen und damit hohen Preisen
2. Wenn wenige große Konzerne den Energiemarkt beherrschen ist das auch schlecht, weil die Abhängigkeit steigt und die Versorgungssicherheit sinkt, weil ein blackout nicht ein paar hunderttausend, sondern gleich ein paar Millionen AbnehmerInnen betrifft.
3. Monopl ist nicht gleich Monopol: private Monopole sind schlecht, weil nur die Profitoptimierung im Mittelpunkt steht. Öffentliche (staatliche) Monopole sind auch nicht super, aber bieten immerhin die Möglichkeit, Preisoptimierung für KundInnen in den Mittelpunkt zu stellen.
4. "Regional" und "dezentral" ist die Zukunft der Energieversorgung. Nur so wird Abhängigkeit verringert und die Landschaft der Anbieter vielfältiger und damit wettbewerbstauglicher.
5. Das wiederum führt zwangsläufig zu Kostenwahrheit in der Energieerzeugung, was eindeutig für die Erneuerbaren spricht, jedenfalls gegen Mega-Kraftwerke aller Art.
6. Deswegen ist es gut, wenn sich der kleine, im öffentlichen Eigentum befindliche VKW-Illwerke Konzern gegen die vom Wirtschaftsminister forcierte so genannte Liberalisierung wehrt und auch gegen eine Vereinnahmung durch die Verbundgesellschaft
Das sage noch einer, Globalisierung sei nicht kompliziert. Wobei ein Verdacht verdichtet sich schon: Am Ende geht es immer um Kohle - auch beim Strom...

Strom zum Beispiel: Zwar kann man sich mittlerweile seinen Stromverkäufer aussuchen, aber aufgrund der engen Verflechtungen der Konzerne, mit wechselseitigen Beteiligungen, existiert zusätzlich zum de-facto-Monopol eine Art Kartell .
Die EU will das ändern und verpflichtet ihre Mitgliedsstaaten, das so gennante "ownership unbundling" umzusetzen. (Verlangt wird, zusätzlich zu den bereits bestehenden eigenen Regeln und Tarifen für Erzeugung, Netz und Vertrieb, auch eine Entflechtung der Eigentümerstrukturen von Netz und Erzeugung bzw Vertrieb.)
Das würde zu mehr Markt und damit zu mehr Wettbewerb und damit zu besseren Preisen für die KonsumentInnen führen.
Soweit, so kompliziert.
Kritik kommt von den unterschiedlichsten Seiten: Zum Beispiel von der Arbeiterkammer Wien oder von den selber Energieversorgern je größer der Konzern, desto größer das Geheule, am lautesten etwa schreit die französische EdF.
Die einen fürchten um ihr Monopol, die andern um die Versorgungssicherheit - was alles noch komplizierter macht.
Soweit ich es begriffen habe, stelle ich fest:
1. Liberalisierung führt nicht zwangsläufig zu mehr Wettbewerb und niedrigeren Preisen, oft aber zu kartellähnlichen Verflechtungen und damit hohen Preisen
2. Wenn wenige große Konzerne den Energiemarkt beherrschen ist das auch schlecht, weil die Abhängigkeit steigt und die Versorgungssicherheit sinkt, weil ein blackout nicht ein paar hunderttausend, sondern gleich ein paar Millionen AbnehmerInnen betrifft.
3. Monopl ist nicht gleich Monopol: private Monopole sind schlecht, weil nur die Profitoptimierung im Mittelpunkt steht. Öffentliche (staatliche) Monopole sind auch nicht super, aber bieten immerhin die Möglichkeit, Preisoptimierung für KundInnen in den Mittelpunkt zu stellen.
4. "Regional" und "dezentral" ist die Zukunft der Energieversorgung. Nur so wird Abhängigkeit verringert und die Landschaft der Anbieter vielfältiger und damit wettbewerbstauglicher.
5. Das wiederum führt zwangsläufig zu Kostenwahrheit in der Energieerzeugung, was eindeutig für die Erneuerbaren spricht, jedenfalls gegen Mega-Kraftwerke aller Art.
6. Deswegen ist es gut, wenn sich der kleine, im öffentlichen Eigentum befindliche VKW-Illwerke Konzern gegen die vom Wirtschaftsminister forcierte so genannte Liberalisierung wehrt und auch gegen eine Vereinnahmung durch die Verbundgesellschaft
Das sage noch einer, Globalisierung sei nicht kompliziert. Wobei ein Verdacht verdichtet sich schon: Am Ende geht es immer um Kohle - auch beim Strom...

rauch - 12. Feb, 11:48
Zeit für etwas Sinnvolles
Irgend ein Model in Amerika ist gestorben.
Irgend ein Hund in Übersaxen ist erschossen worden.
Irgend ein Seilbahn-Tycoon hat irgend dein Grundstück gekauft.
Irgend eine Landesregierung hat irgend ein bescheuertes Projekt durchgedrückt.
Irgend ein Schifahrer hat irgendeine Medaille gewonnen.
Irgend ein Irrer kandidiert gegen irgendeine Irre in Frankreich.
Irgend ein Klima auf irgend einem Planten in irgendeinem Sonnensystem treibt grad der Klimax entgegen.
Irgend ein Regen fällt in Vorarlberg.
Irgend eine Sonne schien unterdessen in Wien.
Zeit für etwas wichtigere Fragen:
"Ich weiß nicht, wie es den anderen ergeht, aber wenn ich mich morgens bücke und mir die Schuhe anziehe, denke ich jedesmal: großer Gott, was nun?" (Charles Bukowski)
Zeit für Sinnvolles:
"Zurück zur Natur?
Bitte sehr, bitte gleich.
Die Natur, na klar,
schön, die Natur.
Stirbt? Ach nein.
In die Jahre gekommen.
Eine immer noch schöne
Frau, die Natur.
Nur eben, na ja,
etwas indisponiert.
Wenn sie altern, die Stars, ist die Technik gefordert.
Was die Schminke nicht bringt, schafft der Beleuchter.
Auch hält man die Kamera nicht allzu dicht drauf
und achtet beim Bild auf Rahmung und Ausschnitt.
Zurück zur Natur.
Erstens: Abstand wahren.
Zweitens empfehl ich
verhangene Tage
Bei Abendlicht besser
nicht so scharf hinschaun.
Gut ist ein Fenster,
da es, drittens, beschneidet:
Ein Rücken des Stuhls -
und der Blick ist vollkommen.
Geht sie drauf, die Natur? Oder muß sie sich umstell´n?
Wahrscheinlich falsch, sie im Freien zu lassen.
In Büros und in Banken, da wuchert und grünt es
dermaßen prächtig - da kommt kein Wald mit.
(Robert Gernhardt)
anfrage-schiweg-buerserberg (doc, 32 KB)
Irgend ein Hund in Übersaxen ist erschossen worden.
Irgend ein Seilbahn-Tycoon hat irgend dein Grundstück gekauft.
Irgend eine Landesregierung hat irgend ein bescheuertes Projekt durchgedrückt.
Irgend ein Schifahrer hat irgendeine Medaille gewonnen.
Irgend ein Irrer kandidiert gegen irgendeine Irre in Frankreich.
Irgend ein Klima auf irgend einem Planten in irgendeinem Sonnensystem treibt grad der Klimax entgegen.
Irgend ein Regen fällt in Vorarlberg.
Irgend eine Sonne schien unterdessen in Wien.
Zeit für etwas wichtigere Fragen:
"Ich weiß nicht, wie es den anderen ergeht, aber wenn ich mich morgens bücke und mir die Schuhe anziehe, denke ich jedesmal: großer Gott, was nun?" (Charles Bukowski)
Zeit für Sinnvolles:
"Zurück zur Natur?
Bitte sehr, bitte gleich.
Die Natur, na klar,
schön, die Natur.
Stirbt? Ach nein.
In die Jahre gekommen.
Eine immer noch schöne
Frau, die Natur.
Nur eben, na ja,
etwas indisponiert.
Wenn sie altern, die Stars, ist die Technik gefordert.
Was die Schminke nicht bringt, schafft der Beleuchter.
Auch hält man die Kamera nicht allzu dicht drauf
und achtet beim Bild auf Rahmung und Ausschnitt.
Zurück zur Natur.
Erstens: Abstand wahren.
Zweitens empfehl ich
verhangene Tage
Bei Abendlicht besser
nicht so scharf hinschaun.
Gut ist ein Fenster,
da es, drittens, beschneidet:
Ein Rücken des Stuhls -
und der Blick ist vollkommen.
Geht sie drauf, die Natur? Oder muß sie sich umstell´n?
Wahrscheinlich falsch, sie im Freien zu lassen.
In Büros und in Banken, da wuchert und grünt es
dermaßen prächtig - da kommt kein Wald mit.
(Robert Gernhardt)
anfrage-schiweg-buerserberg (doc, 32 KB)
rauch - 8. Feb, 23:11
Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich
Theoretisch.
In der Praxis kriegt der eine etwas genehmigt, obwohl die rechtliche Grundlage fehlt, dem anderen wird die Genehmigung verwehrt, obwohl er alle vom Gesetz geforderten Voraussetzungen erfüllt...
Die Geschichte um den Grundkauf des Tourismus-Unternehmers Walter Klaus nimmt neue Dimensionen an. Aufgrund der Berichterstattung und der von mir eingebrachten Anfrage melden sich Menschen, die voller Zorn berichten, wie sie von der Grundverkehrs-Landeskommission behandelt worden sind. Ich werde anhand eines konkreten Beispiels aufzeigen, dass auf eine derart unfassbare Art und Weise mit zweierlei Maß gemessen wurde, wie selbst ich (und ich bin einiges gewohnt) es nicht für möglich gehalten habe.
Vorerst folgende ergänzende Unterlagen:
anfrage-grundstuecksgeschaeft-walter-klaus (pdf, 11 KB)bescheid-grundverkehrskommission (pdf, 266 KB)grundbuch_kaufvertrag_haggen_grundstueck_lochau (pdf, 312 KB)
In der Praxis kriegt der eine etwas genehmigt, obwohl die rechtliche Grundlage fehlt, dem anderen wird die Genehmigung verwehrt, obwohl er alle vom Gesetz geforderten Voraussetzungen erfüllt...
Die Geschichte um den Grundkauf des Tourismus-Unternehmers Walter Klaus nimmt neue Dimensionen an. Aufgrund der Berichterstattung und der von mir eingebrachten Anfrage melden sich Menschen, die voller Zorn berichten, wie sie von der Grundverkehrs-Landeskommission behandelt worden sind. Ich werde anhand eines konkreten Beispiels aufzeigen, dass auf eine derart unfassbare Art und Weise mit zweierlei Maß gemessen wurde, wie selbst ich (und ich bin einiges gewohnt) es nicht für möglich gehalten habe.
Vorerst folgende ergänzende Unterlagen:
anfrage-grundstuecksgeschaeft-walter-klaus (pdf, 11 KB)bescheid-grundverkehrskommission (pdf, 266 KB)grundbuch_kaufvertrag_haggen_grundstueck_lochau (pdf, 312 KB)
rauch - 7. Feb, 11:33
Das Volk ist bescheuert...
...also führen wir es an der Nase herum.
Das dachte sich wohl der Geschäftsführer der Silvretta-Nova-Bergbahnen AG, Heinrich Sandrell, als er den Kauf eines landwirtschaftlichen Grundstückes im Ausmaß von 45.000 Quadratmetern durch seinen Chef Walter Klaus am Pfänderhang in Lochau bei Bregenz folgendermaßen rechtfertigte: "Die freiwillige Verpflichtung von Walter Klaus, die Grundstücke die nächsten 20 Jahre für die Landwirtschaft freizuhalten, ist in ganz Vorarlberg einzigartig!"
"Boaaaah!" denkt sich beeindruckt das Volk. "Zwar hätte der Nicht-Landwirt Walter Klaus das Grundstück nach dem Vorarlberger Grundverkehrsgesetz § 5 Abs 4 gar nicht kaufen dürfen, weil ein wirklicher Landwirt das Grundsütck hätte kaufen wollen. Aber jetzt verzichtet er, boaaaah! freiwillig, boaaaah! für 20 Jahre auf eine Bebauung! Sowas von Selbstbeschränkung!"
Die Wahrheit ist: das Grundstück darf aufgrund der Widmung als "Freihaltefläche" ohnehin nicht bebaut werden. Nicht einmal ein Stall dürfte errichtet werden. Ganz ohne Verzicht und ganz normal aufgrund der Bestimmungen des Vorarlberger Raumplanungsgesetzes.
Die "einzigartige" Großtat des Herrn Klaus ist ein einzigartiger Schmäh.
Hinzu kommt: Das von Herrn Klaus als Sommersitz erworbene ehemalige Wirtshaus wird nicht mehr als Wirtshaus sondern als Wohnhaus genutzt. Für das Wirtshaus samt Grundstück gab es eine Sonderwidmung. Aufgrund dieser Sonderwidmung ist eine Nutzung als Wohnaus ohne Umwidmung gesetzlich nicht erlaubt. Die allerdings hat Herr Klaus nicht....
Der ortsübliche Preis für landwirtschaftlichen Grund liegt - "Klaus-Zuschlag" mitgerechnet, vielleicht bei 20 Euro pro Quadratmeter. Kaufpreis damit (geschätzt): 900.000 Euro. Die Ankündigung, die nächsten 20 Jahre "keinen Antrag auf Umwidmung einzubringen" ist nett. Interessanter ist aber, was nachher ist. Wird das Grundstück einstens umgewidmet in Bauland, beträgt der Wert rund 300 Euro pro Quadratmeter. Gesamtwert dann (vorsichtig geschätzt): 13,5 Millionen Euro.
Aber mit Grundstücksspekulation hat das ganze natürlich überhaupt nichts zu tun...
klaus-grundst (pdf, 1,195 KB) (Das Gebäude mit der roten Nummer 1 ist das Klaus-Haus, die große Grünfläche, die daran angrenzt der größere Teil des gekauften Grundstücks)
Das dachte sich wohl der Geschäftsführer der Silvretta-Nova-Bergbahnen AG, Heinrich Sandrell, als er den Kauf eines landwirtschaftlichen Grundstückes im Ausmaß von 45.000 Quadratmetern durch seinen Chef Walter Klaus am Pfänderhang in Lochau bei Bregenz folgendermaßen rechtfertigte: "Die freiwillige Verpflichtung von Walter Klaus, die Grundstücke die nächsten 20 Jahre für die Landwirtschaft freizuhalten, ist in ganz Vorarlberg einzigartig!"
"Boaaaah!" denkt sich beeindruckt das Volk. "Zwar hätte der Nicht-Landwirt Walter Klaus das Grundstück nach dem Vorarlberger Grundverkehrsgesetz § 5 Abs 4 gar nicht kaufen dürfen, weil ein wirklicher Landwirt das Grundsütck hätte kaufen wollen. Aber jetzt verzichtet er, boaaaah! freiwillig, boaaaah! für 20 Jahre auf eine Bebauung! Sowas von Selbstbeschränkung!"
Die Wahrheit ist: das Grundstück darf aufgrund der Widmung als "Freihaltefläche" ohnehin nicht bebaut werden. Nicht einmal ein Stall dürfte errichtet werden. Ganz ohne Verzicht und ganz normal aufgrund der Bestimmungen des Vorarlberger Raumplanungsgesetzes.
Die "einzigartige" Großtat des Herrn Klaus ist ein einzigartiger Schmäh.
Hinzu kommt: Das von Herrn Klaus als Sommersitz erworbene ehemalige Wirtshaus wird nicht mehr als Wirtshaus sondern als Wohnhaus genutzt. Für das Wirtshaus samt Grundstück gab es eine Sonderwidmung. Aufgrund dieser Sonderwidmung ist eine Nutzung als Wohnaus ohne Umwidmung gesetzlich nicht erlaubt. Die allerdings hat Herr Klaus nicht....
Der ortsübliche Preis für landwirtschaftlichen Grund liegt - "Klaus-Zuschlag" mitgerechnet, vielleicht bei 20 Euro pro Quadratmeter. Kaufpreis damit (geschätzt): 900.000 Euro. Die Ankündigung, die nächsten 20 Jahre "keinen Antrag auf Umwidmung einzubringen" ist nett. Interessanter ist aber, was nachher ist. Wird das Grundstück einstens umgewidmet in Bauland, beträgt der Wert rund 300 Euro pro Quadratmeter. Gesamtwert dann (vorsichtig geschätzt): 13,5 Millionen Euro.
Aber mit Grundstücksspekulation hat das ganze natürlich überhaupt nichts zu tun...
klaus-grundst (pdf, 1,195 KB) (Das Gebäude mit der roten Nummer 1 ist das Klaus-Haus, die große Grünfläche, die daran angrenzt der größere Teil des gekauften Grundstücks)
rauch - 2. Feb, 20:31
Grundsätzliches
Manchmal entzünden sich an Nebenbemerkungen Grundsatzdebatten. Zum Beispiel über die Frage, was denn nun Länder- und was Bundeskompetenz sein soll. Der Vorarlberger Landeshauptmann reagiert auf derartige Ereignisse reflexartig: was vom Bund kommt ist schlecht (Ausnahme: die Geldmittel aus dem Finanzausgleich und die Bedarfszuweisungen...), was im Land geregelt wird ist gut. Wer anmerkt, dass es wohl vernünftiger wäre, die Frage der Kompetenzverteilung nach sachlichen und weniger nach ideologischen Kriterien zu regeln, trifft politisch einen Punkt unterhalb der Kniescheibe, was einen Fußtritt zur Folge hat.
Entzündet hat sich die Debatte an der Frage, ob ein bundeseinheitliches Jugendschutzgesetz nicht doch Sinn machen würde, weil kaum einzusehen ist, dass Jugendliche vom Gesetzgeber in Tirol andere Vorgaben bekommen wie in Vorarlberg.
Auffallend ist, dass die reglementierenden Kompetenzen (eben z.B. Jugendschutz) besonders heftig verteidigt werden, um die gestalenden Kompetenzen hingegen nicht gekämpft wird. Ich zum Beispiel würde die Kompetenz für den Personennahverkehr gerne im Land haben wollen, weil die Gestaltungsmöglichkeiten ungleich besser wären (Bereitstellung der Finanzmittel vorausgesetzt!). Steuerhoheit für die Länder ist ein weitres Tabuthema: Man hat halt lieber die "Ausgabenverantwortung" als die Verantwortung, Steuern einzuheben...
Die apodiktische Absage des Landeshauptmannes an jede Veränderung bei der Vermögensbesteuerung ist absurd: Was wir jetzt haben, ist ein ungerechtes System, das wenigen nützt und der Mehrheit schadet, weil der Staat auf Milliarden verzichtet. Milliarden, die künftig für die Finanzierung von Gesundheits- , Bildungs- und Sozialsystem fehlen! Präzise auf den Punkt gebracht im heutigen Schulmeister-Kommentar im STANDARD. schulmeister-pro-vermoegenssteuer (pdf, 79 KB)
Es fehlt in diesem Ländle und in diesem Land die Bereitschaft, Grundsatzdebatten um wesentliche Zukunftsfragen zu führen. Man folgt lieber den Gesetzmäßigkeiten des tagespolitischen Geschäfts. (Ich nehme mich da selber zumindest einmal monatlich an der Nase...). Die Oberflächlichkeit und Geschwindigkeit des politischen Diskurses hat zur Folge, dass sich verflüchtigt, was gerade eben erst angerissen wurde. Verflüchtigt - auf der Flucht vor der Mühe, sich auf Schwieriges einzulassen. Parfum-Politik: Duftmarke setzen und wieder verduften.
Entzündet hat sich die Debatte an der Frage, ob ein bundeseinheitliches Jugendschutzgesetz nicht doch Sinn machen würde, weil kaum einzusehen ist, dass Jugendliche vom Gesetzgeber in Tirol andere Vorgaben bekommen wie in Vorarlberg.
Auffallend ist, dass die reglementierenden Kompetenzen (eben z.B. Jugendschutz) besonders heftig verteidigt werden, um die gestalenden Kompetenzen hingegen nicht gekämpft wird. Ich zum Beispiel würde die Kompetenz für den Personennahverkehr gerne im Land haben wollen, weil die Gestaltungsmöglichkeiten ungleich besser wären (Bereitstellung der Finanzmittel vorausgesetzt!). Steuerhoheit für die Länder ist ein weitres Tabuthema: Man hat halt lieber die "Ausgabenverantwortung" als die Verantwortung, Steuern einzuheben...
Die apodiktische Absage des Landeshauptmannes an jede Veränderung bei der Vermögensbesteuerung ist absurd: Was wir jetzt haben, ist ein ungerechtes System, das wenigen nützt und der Mehrheit schadet, weil der Staat auf Milliarden verzichtet. Milliarden, die künftig für die Finanzierung von Gesundheits- , Bildungs- und Sozialsystem fehlen! Präzise auf den Punkt gebracht im heutigen Schulmeister-Kommentar im STANDARD. schulmeister-pro-vermoegenssteuer (pdf, 79 KB)
Es fehlt in diesem Ländle und in diesem Land die Bereitschaft, Grundsatzdebatten um wesentliche Zukunftsfragen zu führen. Man folgt lieber den Gesetzmäßigkeiten des tagespolitischen Geschäfts. (Ich nehme mich da selber zumindest einmal monatlich an der Nase...). Die Oberflächlichkeit und Geschwindigkeit des politischen Diskurses hat zur Folge, dass sich verflüchtigt, was gerade eben erst angerissen wurde. Verflüchtigt - auf der Flucht vor der Mühe, sich auf Schwieriges einzulassen. Parfum-Politik: Duftmarke setzen und wieder verduften.
rauch - 1. Feb, 11:42